Miezi Schweinchen Kas Alm
Illustration Wellensittich Jackie

Die Kindheit prägt

Meine Liebe zum Federvieh

Als ich noch klein war, hatten wir einen sehr zutraulichen Wellensittich. Stunden lang verbrachte ich "bewaffnet" mit einem Handspiegel vor seinem Käfig, um ihn auf meinen Arm zu locken. Jacki saß am liebsten auf dem Fensterbrett, inmitten der Usambaraveilchen. Aber er flog auch große Runden durchs Wohnzimmer, landete dann auf meiner Schulter und zupfte mir am Ohrläppchen oder begrüßte abends meinen Vater als der zur Tür rein kam, indem er sich auf seinen Brillenrand setzte und fröhlich rumzwitscherte. Wir alle liebten ihn sehr. Es war eine entsetzliche Tragödie als Jackie Erstickungsopfer einer Silvesternacht wurde, in der wir begeistert Wunderkerzen abbrannten.

Geblieben ist meine Liebe zu diesen putzigen, federleichten Geschöpfen. So gerne sehe ich ihnen zu, wenn sie im Apfelbaum herumhüpfen. Was wäre wohl ein Frühling ohne Vogelgesang? Deshalb habe ich beschlossen, mich für meine Freunde einzusetzen. Aus dem Erlös meiner Aufträge geht jeweils ein Anteil an den Naturschutzbund.

Meine Inspirations-Quelle

Something bigger than me

Ich könnte behaupten: Ich illustriere einfach gerne! Aber, Hand aufs Herz, das wäre nur die halbe Wahrheit. Denn in Wirklichkeit ist es so, dass ich äußerst gerne spazieren gehe, durch die Natur, den Wind auf der Haut spüre, dem feinen Klang der sich wiegenden Blätter lausche, einem Vogel, einem Bach. Und dann passiert es plötzlich. Etwas kommt über mich, durchflutet mich. Eine Idee. Es entstehen wage Bilder in meinem Kopf. Während ich weitergehe werden sie konkreter, drängen mich, nach Hause zu gehen, mich an meinen Schreibtisch zu setzten und die Farben raus zu holen. Sie wollen ans Licht.

Das Wort „Inspiration“ kommt vom lateinischen „inspiratio“ was so viel bedeutet wie „Beseelung“, Einhauchen von Leben, Seele, Geist. (Wikipedia) Das Bild vom „Seele Einhauchen“ gefällt mir sehr, denn genau so fühlt es sich immer wieder an. Es hat etwas Magisches... so wundert es doch eigentlich gar nicht, dass eine Illustration letztlich für Erleuchtung sorgt. Ich bin ganz sicher: Sie kommt von „oben“!

Kennen Sie „Osho“? Den bekannten spirituellen Lehrer, der in den 70er Jahren mit seiner Radikalität und Unkonventionalität das Establishment schockierte? Seine Vorträge wurden in diversen Büchern zusammengefasst. Eines davon handelt von der eigenen Schöpferkraft. Er sagt:

„Kreativität bedeutet, etwas durch dich geschehen zu lassen. Es ist kein Tun, es ist ein Zulassen. Es bedeutet zu einem Kanal zu werden, durch den das Ganze hindurchfließen kann... Das Wesen von Weisheit ist, im Einklang mit der Natur zu sein, mit dem natürlichen Rhythmus des Universums. Und immer dann, wenn du im Einklang mit dem natürlichen Rhythmus des Universums bist, wirst du zum Dichter, zum Maler, zum Musiker, zum Tänzer.“ (Osho, Buch Kreativität)